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Blog·Recht

Steuern, USt. und Recht für Verkaufsautomaten 2026

Einkommensteuer aus Verkaufsautomaten, USt., eKasa, Hygiene und kommunale Genehmigungen. Vollständiger Überblick darüber, was vor dem ersten Automatenstandort geregelt sein muss. Ohne juristisches Kauderwelsch, mit Verweisen auf die einschlägigen slowakischen Gesetze.

Benjamín Hruška·8. Mai 2026·14 Min. Lesedauer
Person prüft Dokumente mit Taschenrechner und Notebook
Foto: Kelly Sikkema · Unsplash

Dieser Artikel ist keine Rechts- oder Steuerberatung. Wir schreiben ihn als Überblick für Vending-Betreiber in der Slowakei, aber konkrete Fälle haben Details, die ein Steuerberater oder Anwalt klärt. Vor der ersten Eröffnung sollten Sie mindestens USt. und eKasa bei Verkaufsautomaten mit einem Fachmann besprechen.

Einen Verkaufsautomaten aufzustellen ist nicht einfacher als ein kleines Geschäft zu eröffnen. Hygiene, Steuern, eKasa, kommunale Gebühren, Zustimmung des Eigentümers. In diesem Artikel gehen wir alles durch, was 2026 geregelt sein muss, einschließlich der konkret betroffenen slowakischen Gesetze.

Welche Genehmigungen Sie für einen Verkaufsautomaten brauchen

Beim Vending in der Slowakei trennen Sie drei Ebenen: Gewerbe, Hygiene und Standort.

Gewerbe (živnosť)

Für den Betrieb von Verkaufsautomaten genügt das freie Gewerbe (voľná živnosť). Konkret passt „Verkauf zum unmittelbaren Verzehr von alkoholfreien und industriell hergestellten Milchgetränken, Cocktails, Wein, Spirituosen und Bier“ oder allgemein „Einzelhandel“. Bei Speisen kommt „Verkauf zum unmittelbaren Verzehr von Speisen und Halberzeugnissen“ hinzu. Das freie Gewerbe melden Sie beim Bezirksamt, Abteilung Gewerbeunternehmen, Einmalgebühr 5 €.

Hygiene

Werden im Automaten verpackte Lebensmittel verkauft (Snacks, Schokolade, Waffeln), melden Sie den Betrieb bei der zuständigen Regionalen Behörde für öffentliche Gesundheit (RÚVZ). Bei zubereiteten oder bearbeiteten Speisen (Sandwiches, Salate) handelt es sich um eine Verpflegungseinrichtung und die Regeln sind strenger. Geregelt durch Gesetz Nr. 355/2007 Slg. zum Schutz der öffentlichen Gesundheit und Verordnung Nr. 533/2007 Slg. über Anforderungen an Verpflegungseinrichtungen.

Standort des Automaten

Steht der Automat auf fremdem Privatgrund oder in einem fremden Gebäude (Einkaufszentrum, Bürohaus, Hotel, Fitnessstudio), brauchen Sie die schriftliche Zustimmung des Eigentümers. Üblicherweise per Miet- oder Aufstellvertrag.

Handelt es sich um öffentlichen Raum (Gehweg, städtischer Grund, Eigentum der Gemeinde oder des selbstverwalteten Bezirks), brauchen Sie kommunale Zustimmung und meist eine Gebühr für die besondere Nutzung des öffentlichen Raumes. Die Sätze legt die jeweilige Satzung der Gemeinde (VZN) fest. In Bratislava liegen sie zwischen 0,30 und 2 € pro m² und Tag, in kleineren Städten oft niedriger. Der Antrag geht an die Abteilung Vermögensverwaltung oder Verkehr, je nach Lage (Gehweg oder anderes Gebiet).

USt. und eKasa

Hier passieren die meisten Fehler. Aus Sicht des Gesetzes ist der Verkaufsautomat eine Verkaufsstelle und der Umsatz unterliegt denselben Regeln wie die Kasse im Geschäft.

USt.-Registrierung

Übersteigt Ihr Umsatz in den letzten 12 Monaten 49.790 €, müssen Sie sich als USt.-Pflichtiger registrieren (Gesetz Nr. 222/2004 Slg. über die USt.). Im Vending geht das schneller, als man denkt: Ein lukrativer Automat im Verkehrsknoten oder Krankenhaus kann 5.000 bis 10.000 € im Monat machen.

Für registrierte USt.-Pflichtige gelten die Sätze:

  • 23 % — Süßwaren, Schokolade, gesüßte Getränke, Alkohol (im Automaten unrentabel, Altersnachweis ist heikel), Kaffeevollautomaten mit Milchschaum in der Gastronomie.
  • 5 % — ausgewählte Grundnahrungsmittel (Brot, Milch, bestimmte Fleischarten).
  • 23 % — Service der Speisen- und Getränkeabgabe in Verpflegungseinrichtungen. Gilt im klassischen Vending meist nicht, weil der Automat unbedient ist.

Beim gemischten Sortiment müssen Sie wissen, welcher Satz auf welche Position fällt. Buchhalter von Vending-Firmen lösen das durch Segmentierung in der Verkaufsdatenbank des Online-Dashboards.

eKasa: Wann sie Pflicht ist

Gesetz Nr. 289/2008 Slg. über die elektronische Registrierkasse (eKasa) verlangt, dass Bareinnahmen aus Waren und Leistungen über eKasa laufen. Für Verkaufsautomaten gilt eine Ausnahme: Gesetz Nr. 289/2008 Slg., § 1 Abs. 2 Buchst. j) stellt klar, dass das Gesetz nicht auf Erlöse aus selbstbedienten münz- oder wertmarkenbetriebenen Automaten anwendbar ist. Wenn der Automat also nur mit Münzen und bargeldlosen Zahlungen (Terminal) arbeitet, brauchen Sie auf dem Automaten selbst keine eKasa.

Achtung: nimmt der Automat auch Banknoten, greift die Ausnahme ebenfalls, sofern es sich um einen Verkauf am Automaten handelt. Bargeldlose Zahlungen (Karte, Uhr, Telefon) werden über den Kontoauszug erfasst, nicht über eKasa. Die Erlöse aus dem Automaten kommen über den Tages- oder Wochenabschluss aus dem Online-System des Automaten in die Buchhaltung.

In diesem Bereich hat sich das Gesetz geändert und wird sich weiter ändern. Lassen Sie sich die eKasa-Auslegung vor Eröffnung von der Finanzverwaltung oder vom Steuerberater bestätigen. Die Strafen für Verstöße sind hoch.

Einkommensteuer

Als Selbstständiger (SZČO) versteuern Sie den Reingewinn aus dem Automatenbetrieb mit 15 % bis zu einer Umsatzgrenze von 60.000 € (wenn Sie Mikrosteuerpflichtiger sind), sonst mit 19 % bis zu einer Bemessungsgrundlage von 47.537,98 € und 25 % darüber. Bei der GmbH-Form (s.r.o.) liegt der Satz bei 21 % bis 60.000 € (15 % für Mikrosteuerpflichtige) und 24 % für größere Unternehmen. Stand 2026 nach Gesetz Nr. 595/2003 Slg. über die Einkommensteuer.

Den Wert des Automaten können Sie als Betriebsausgabe über die Abschreibung geltend machen. Verkaufsautomaten fallen in die 2. Abschreibungsgruppe (lineare Abschreibung über sechs Jahre), für den Cashflow ok, aber eine schnellere Rückführung der Investition in den ersten zwei Jahren ist steuerlich nicht möglich.

Lebensmittelhygiene im Automaten

Hier handeln sich viele neue Betreiber Probleme ein, weil sie die Temperaturkontrolle unterschätzen. Die wichtigsten Punkte:

  • Gekühltes Sortiment (Sandwiches, Salate, Milch im Kaffeevollautomaten) muss bei 0 bis +5 °C liegen. Bull Smart Cooler hält +2 °C mit KI-Steuerung.
  • Tiefkühlsortiment (Pizza, Fertiggerichte) muss bei −18 °C oder kälter sein. Bull Frost Food 5 hält −18 °C auch im Sommer im Außenbereich.
  • Trockensortiment (Snacks, Waffeln, Schokolade) wird bei Raumtemperatur gelagert, wichtig sind nur Schutz vor Licht und Feuchtigkeit.
  • Mindesthaltbarkeit: für jedes Stück müssen Sie wissen, wann es eingelegt wurde und wann es abläuft. Das Online-Dashboard sollte das wissen. Verkauf nach Ablauf führt zu hohen Strafen, bei Gesundheitsschaden zu strafrechtlicher Verantwortung.
  • Reinigung und Wartung: bei Kaffeevollautomaten und Kühlautomaten ist ein Reinigungsplan Pflicht. RÚVZ-Inspektoren fragen danach.

Bargeldlose Zahlungen und DSGVO

Kontaktloses Bezahlen über Nayax, GP Tom oder ein anderes Terminal ist heute Standard. Zwei Dinge betreffen Sie: die Lizenz des Zahlungsdienstleisters (löst der Terminalanbieter, Sie nutzen ihn nur) und die DSGVO.

Bei Kartenzahlungen sieht der Automat nie die ganze Karte — das Terminal sendet nur einen Token an die Bank. DSGVO-seitig sind Sie als Automatenbetreiber meist Auftragsverarbeiter minimaler Daten (Standort, Zeit, Kartentyp). Sammeln Sie aber E-Mail-Anmeldungen über eine App (Kundenbindung, Rezepte), gilt die DSGVO für Sie als Verantwortlicher und Sie brauchen Einwilligungen zur Verarbeitung.

Kommunale Gebühren und öffentlicher Raum

Steht der Automat im öffentlichen Raum, fragen Sie den zuständigen Sachbearbeiter der Vermögensabteilung der jeweiligen Stadt oder Gemeinde. Manche Gemeinden verlangen eine Baugenehmigung, andere nur eine Anzeige. Bei Gehwegen ist meist die Verkehrsabteilung zuständig, sonst die Vermögensabteilung.

Übliches Vorgehen in Bratislava: Aufstellzustimmung beantragen, Sondernutzungsgebühr abstimmen, Vertrag abschließen. In kleineren Städten oft eine Unterschrift, in Bratislava 4 bis 8 Wochen.

Häufige Fehler im Betrieb von Verkaufsautomaten

  1. eKasa wird nicht eingerichtet, weil man glaubt, Vending sei vom Ganzen befreit. Die Ausnahme gilt nur für den Automaten selbst. Andere Verkaufstätigkeiten (Service, Befüllen für fremde Betreiber) brauchen eKasa.
  2. USt. wird unterschätzt und 49.790 € Umsatz ohne Registrierung überschritten. Nachzahlungen und Strafen sind spürbar.
  3. Mit dem Eigentümer wird nicht geregelt, wer Strom, Internet und Versicherung organisiert. Ein schriftlicher Vertrag erspart Ärger.
  4. Tiefkühlware kommt in einen normalen Kühlautomaten. Das Temperaturproblem zeigt sich nicht sofort, aber nach Wochen verdirbt die Ware und es droht ein Bußgeld.
  5. Reinigungsplan beim Kaffeevollautomaten wird vergessen. Ein Milchsystem ohne tägliche Reinigung verliert den Geschmack und es droht Kontamination.

Checkliste vor der ersten Installation eines Verkaufsautomaten

  • Freies Gewerbe angemeldet, Gewerbeschein in der Hand
  • USt.-Situation überlegt (Registrierung ja/nein nach erwartetem Umsatz)
  • Steuerberater oder Buchhalter, der eKasa versteht
  • Eigentümerzustimmung oder Vertrag mit der Gemeinde
  • Hygienemeldung an die RÚVZ bei Lebensmitteln
  • Versicherung des Automaten (Vandalismus und Diebstahl, im Außenbereich auch Elementar)
  • Online-Dashboard eingerichtet und getestet
  • Befüll- und Reinigungsplan vorbereitet
  • Lokale Ansprechpartner für Service und Befüllung

Bei der Konfiguration mit uns gehen wir all diese Punkte mit Ihnen durch: Empfehlung eines Buchhalters, Versicherungsabschluss, Schulung der Bedienung, Einrichtung des Online-Systems. Es ist keine Rechtsberatung, aber praktische Hilfe, damit Ihnen kein Anfängerfehler passiert.

Häufige Fragen

Brauche ich eKasa für den Verkaufsautomaten?+
Bei einem selbstbedienten münz- oder wertmarkenbetriebenen Automaten greift die Ausnahme nach § 1 Abs. 2 Buchst. j) Gesetz Nr. 289/2008 Slg. Erlöse erfassen Sie über das Online-Dashboard, nicht über eKasa. Bei gemischten Erlösen (z. B. Service fremder Automaten) kann eKasa für den anderen Geschäftsteil nötig sein.
Welcher USt.-Satz gilt für das Automatensortiment?+
Standard 23 %, ermäßigt 5 % für ausgewählte Grundnahrungsmittel. Beim gemischten Sortiment müssen Sie wissen, was zu welchem Satz gehört. Buchhalter lösen das via Segmentierung im Dashboard des Automaten.
Wer meldet den Automaten der Hygiene?+
Sie als Betreiber. Bei der zuständigen Regionalen Behörde für öffentliche Gesundheit (RÚVZ) am Standort. Bei verpackten Snacks ist es eine einfache Meldung, bei Sandwiches und Salaten eine Verpflegungseinrichtung mit strengeren Regeln.
Wie viel zahle ich der Stadt für einen Automaten am Gehweg?+
Geregelt durch die jeweilige Satzung. In Bratislava 0,30 bis 2 € pro m² und Tag, in kleineren Städten oft weniger. Der Antrag geht an die Vermögens- oder Verkehrsabteilung.
Wie schnell kann ich den Automaten steuerlich abschreiben?+
Verkaufsautomaten gehören in die 2. Abschreibungsgruppe, was lineare Abschreibung über sechs Jahre bedeutet. Die Investition wird gleichmäßig auf sechs Jahre verteilt.

Nächster Schritt

Wir beraten Sie bei der Konfiguration Ihres Automaten.

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